Antwort schreiben 
Suizid durch Depressionen

violet Offline
Böser Goth
****


Beiträge: 599
Registriert seit: 10.08.2009
Beitrag #11
Re: Suizid durch Depressionen
(15.11.2009 22:38)Schatten link schrieb:Depressionen hab ich aber noch ab und zu, wenn etwas Schlimmes passiert. Da kann ich mich so richtig reinsteigern und mich selbst fertigmachen. Aber meistens ist das nach ein paar Tagen wieder vorbei, wenn etwas sehr Schönes passiert.

das klingt für mich eher nach depressiven verstimmungen. ich mag das nicht schmälern, aber das ist für mich schon eine ganz andere hausnummer.

so richtig losgegangen ist es bei mir im november letzten jahres. es gab die jahre davor eine menge vorboten, die ich aber damals noch nicht einordnen konnte.
als es so richtig los ging, hab ich die schlaflosigkeit am meisten gespürt, konnte aber nicht sagen, woher sie kommt. sie war einfach da. mitgebracht hat sie ne menge nebenerscheinungen, wie ständiges inneres zittern, massive konzentrationsstörungen (die nicht nur die arbeit behindern/unmöglich machen, sondern mit der zeit richtig gefährlich werden, z.b. im straßenverkehr), kaum essen, stattdessen alkohol. der fährt auch viel besser, wenn man wenig gegessen hat  Roll Eyes, orientierungslosigkeit, ziellosigkeit, leere.
märz - in etwa - ging es wieder etwas bergauf.
ich habe lange versucht, mich "zusammen zu reißen", man sollte mir nichts anmerken und ich wollte vor allem meine arbeit gut machen. hab schließlich erst kurz vorher dort zu arbeiten begonnen. dieses "so tun als ob" kostet zusätzlich so viel kraft. aber das ging irgendwann nicht mehr, ich musste seminare abgeben, fortbildungen absagen, etc.. wenn man über monate hinweg max. 3 stunden schläft, oft gar nicht oder nur eine halbe stunde, zehrt das so sehr, dass irgendwann der körper einfach nicht mehr will.
ende januar habe ich einen arzt aufgesucht.
ich bekam medikamente, die ich allerdings nicht genommen habe, weil mir das risiko zu groß war. ich war viel alleine, niemand der mal nach mir geschaut hätte, das war mir einfach zu riskant. aber ich hatte sie "zur not".
irgendwie hat es trotzdem ohne medikamente funktioniert. ist angeblich schwer und selten machbar. aber mit einigen kleineren und größeren rückschlägen bin ich seit april/mai etwa wieder da.

und ich wünschte mir, dass ich den weg nicht noch einmal gehen muss.
es ist so unbeschreiblich, nicht fassbar. worte werden den empfindungen einfach nicht gerecht.
16.11.2009 09:48
Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren [ ^ ]

Lord Spike
Gast


 
Beitrag #12
Re: Suizid durch Depressionen
Heute bin ich in der Lage darüber zu Reden, wenn auch nicht alles zu Erzählen. Es gibt vieles das ich nicht Aussprechen kann, aber in den meisten Fällen kann man sich das dann denken.
Ich kann euch nicht genau sagen wann das Anfing. Ich weiß auch nicht hundert Prozentig was der Auslöser war.
Das was ich weiß, ist das sich über einige Zeit (ich kann nur vermuten das es an der Ablehnung eines Menschen lag) ein enormer Selbsthass entwickelt hat. Dieser Hass wurde mit jedem Tag, jedem Menschen der mich nicht gut Behandelte schlimmer. Ich hab mir Nie was Anmerken lassen. Für alle anderen war ich immer "normal". Als der Selbsthass auf seinem Höhe punkt angekommen war, versuchte ich mich zu zerstören. ich hatte nie wirklich (ich weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken soll) "zeug" zum Suizid. Das konnte ich nicht tun. Keine Ahnung warum. Auch wenn der Gedanke all gegenwärtig war.
Da ich immer auf die Leute Geflucht habe die sich "ritzen" hab ich andere Methoden gesucht und gefunden. Ich nahm Drogen. Alle die ich bekommen konnte, solange sie mich nur weiter zum ,für mich inzwischen Unabdingbaren, brachten. Ich hab ne Menge versucht um von alleine davon weg zu kommen. Fand irgendwann sogar eine Zeit lang andere Lösungen. Diese Lösungen waren für mich nicht so schlimm wie für die betreffenden Menschen. ich habe andere Kaputt gemacht um mein Ego aufzubauen. Das ging gut, bis  ich eines Tages auf SIE gestoßen bin. Ich habe alles versucht um sie "runter" zu ziehen, doch ohne Erfolg...
Aus dem Grund (und nur aus dem Grund) brach ich alles andere ab um bei ihr zu sein. Ich zog zu ihr, verbrachte jeden Tag mit ihr.
Irgendwann entschlossen wir uns in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Zu diesem Zeitpunkt begann ich gerade wieder mit meinen Eskapaden. Ich fiel zurück in die Drogen, den Alkohol und erstmals auch die Ehrfahrung der direkten Selbstverletzung. Und das war ein unbeschreibliches Gefühl für mich. Das gab mir Kraft, zeigte mir das ich nicht Träume und das ich noch Lebe. Mein Selbsthass erreichte ein neues höheres Nivau. MIr wurde alles egal, ich lebte nur noch um mich zu zerstören. Das konnte ich natürlich nicht die ganze Zeit verstecken. Die Beziehung zu IHR ging in die Brüche. Mir war es egal. Ich hatte ja immer noch mich und meinen Hass. Das war alles was ich noch sah.
Ich versuchte gar nicht mich daraus zu ziehen. Ich ließ einfach geschehen. und wenn ich nicht Jemanden gehabt hätte, der mir gezeigt hat, das ich das falsche tue, wäre ich wahrscheinlich nicht mehr hier. Diese Freundin hat mir einige Zeit geholfen. Ich kann euch heute nicht mehr sagen, was das Ganze erneut ausbrechen ließ...
Doch ich war von den Drogen weg. War zwar immer noch meinem Selbsthass ausgeliefert, doch die Drogen fielen weg.
Leider verlor ich jede Hoffnung auf Besserung. Mit der letzten Freundin ging meine letzte Hoffnung.
Vor ungefähr einem Monat traf ich dann jemanden. Dieser Jemand hat mein Leben und meine Ansichten audf die Welt verändert. Seid dem ich diesen Menschen kenne, geht es stetig bergauf. Zwar hatte ich vor einigen Tagen noch mal einen leichten Rückschlag, aber diese Person gab mir am nächsten Tag schon neue Kraft.
Heute freue ich mich auf das was vor mir/uns liegt. Ich habe Hoffnungen und verliere allmählig meinen Hass. Langsam, aber konstant nimmt er ab.
Ich weiß nicht ob ich das als Depression bezeichnen kann. Mein Psychologe sagte mir es hätte zeichen von Border Line. Aber diese Symptome reichen meiner Meinung nach nicht aus. Vll habt ihr ja eine Idee was es sein könnte. Nicht das wirklich Wichtig ist was es ist. Ich würde es nur gerne Wissen.
das ist mein erlebtes. Ich hoffe ihr habt jetzt nicht das falsche Bild von mir. Denn ehrlich gesagt, wusste das bis zu diesem Text nur eine Person in dem Ausmaß (diese Person weiß auch noch mehr). Und ich hoffe, das diese Person jetzt nicht Angst bekommt...
Danke für eure Aufmerksamkeit
26.11.2009 04:33
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren [ ^ ]

gillmaand Offline
Schwarzbandler
**


Beiträge: 44
Registriert seit: 09.08.2009
Beitrag #13
Re: Suizid durch Depressionen
@lord spike:
die ablehnung eines menschen kann schon zu depressionen führen. dadurch fühlt man sich dann sehr wertlos.
allerdings glaube ich nicht, dass dieser selbsthass typisch für depressionen ist. depressive menschen verfallen eher in eine "starre".
d.h., sie haben zu nichts lust und sind total kraft- und mutlos. so habe ich es jedenfalls überall kennengelernt.

ich denke, dass du tatsächlich eine depression mit einem schuss borderline hast.  Wink

vielleicht findest du hier ja mehr informationen:

http://www.kompetenznetz-depression.de/a...depression

Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig macht, reicht das auch!
26.11.2009 10:20
Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren [ ^ ]
Antwort schreiben 




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Neues aus der Galerie



Schwarzer Norden
auf Facebook


Du willst wissen welchen deiner Freunde Schwarzer Norden gefällt?
um Facebook den Zugriff auf deine Daten
zu erlauben und zusätzliche Features zu nutzen.