Antwort schreiben 
Lieblingsgedichte

Prince of the Darkness
Gast


 
Beitrag #21
Re: Lieblingsgedichte
Gelassenheit

Bin noch längst kein alter Knacker,
und auch keineswegs senil,
halt mich täglich fit und wacker,
Lebenswünsche gibt’s noch viel.

Meine Falten, die ich trage,
erinnern an die alte Zeit,
an Nächte und an Tage,
an Stürme der Vergangenheit.

Ich lebe jeden einz´len Tag,
so, als ob´s mein letzter wär,
doch eines gibt´s, das ich nicht mag,
das ist Gewimmer und Geplärr.

Meinen Geist halt´ ich in Schwung,
der Körper ist mein Maschinist,
ich fühl mich absolut noch jung,
bin und bleibe Optimist.

Ich bin nicht alt, ich bin antik,
pass genau in diese Zeit,
verabscheu Hast und Hektik,
üb mich in - Gelassenheit.



Traurigkeit

Die Traurigkeit zieht mir durch´s Herz,
wenn ich global den Raubbau seh´,
ich spüre jeden Tag nur Schmerz,
und alles in mir tut schon weh.

Magnaten sind wie Gift auf Erden,
schlagen um sich und vernichten,
wollen ständig reicher werden,
können nirgendwo verzichten.

Mit Öl verschmutzen sie das Meer,
brennen Regenwälder nieder,
ziehen in der Welt umher,
hören nicht die Klagelieder.

Es wird Zeit das sie erleben,
wie die Natur sich wehren kann,
und wie Menschen sich erheben,
wenn ihnen reicht, der Größenwahn.
11.11.2010 18:17
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren [ ^ ]

laf-venom Offline
Schwarzbandler
**


Beiträge: 21
Registriert seit: 01.11.2010
Beitrag #22
Re: Lieblingsgedichte
Friedrich von Schiller
Sehnsucht
(1801)

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach wie fühlt ich mich beglückt!
Dort erblick ich schöne Hügel,
Ewig jung und ewig grün!
Hätt ich Schwingen, hätt ich Flügel,
Nach den Hügeln zög ich hin.

Harmonieen hör ich klingen,
Töne süßer Himmelsruh,
Und die leichten Winde bringen
Mir der Düfte Balsam zu,
Goldne Früchte seh ich glühen
Winkend zwischen dunkelm Laub,
Und die Blumen, die dort blühen,
Werden keines Winters Raub.

Ach wie schön muß sichs ergehen
Dort im ewgen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen
O wie labend muß sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Daß die Seele mir ergraust.

Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du mußt glauben, du mußt wagen,
Denn die Götter leihn kein Pfand,
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.

"Der Wille der nie gebrochen werden kann und sich dennoch beugen muss, das ist der Lauf der Geschichte.
Doch solange der Mensch nach Freiheit duerstet und fuer seine Rechte einsteht, wird er ewig leben."
11.11.2010 19:21
Eine E-Mail an den Benutzer senden Alle Beiträge dieses Benutzers finden Diese Nachricht in einer Antwort zitieren [ ^ ]
Antwort schreiben 




Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Neues aus der Galerie



Schwarzer Norden
auf Facebook


Du willst wissen welchen deiner Freunde Schwarzer Norden gefällt?
um Facebook den Zugriff auf deine Daten
zu erlauben und zusätzliche Features zu nutzen.